Ich bin Alkoholiker und heiße
Michael.
Als ich 1987 das erste Mal bei AA (Anonyme Alkoholiker) aufschlug, wusste ich noch nichts über diese Selbsthilfegruppe. Eine Eheberatung, die meine erste Frau aufsuchte, hat mir, nachdem ich das vierte Mal mit zur Besprechung war, auf den Kopf zugesagt: "Sie sind Alkoholiker!" Meine ganzen Ausflüchte, wie ich zum Trinken kam, nützten nichts und die Dame schickte mich zum Test zu den Anonymen Alkoholikern.Also bin ich mit zitternden Knien in das Meeting (so heißen die Treffen) gefahren und habe mir das erst einmal nur angehört. Ich fühlte mich aber gleich verstanden und jeder der zehn Redner hat, wenn auch in abgewandelter Form, meine Geschichte erzählt. Das brachte mich zum Nachdenken und ich kam zu dem Schluss, dass alle nur über Alkoholismus gesprochen haben, jedoch eingepackt in ihre privaten Lebensgeschichten.
Heute, nach fast fünfundzwanzig Jahren Trockenheit,
weiß ich, dass es ein Leben nach dem Alkohol gibt. Ich gehe sogar soweit, dass ich sage Alkoholismus ist vererbbar - mein Vater war ein begnadeter Alkoholiker - und jeder kann nur über sich selbst sagen, er wäre Betroffener. Diese Definition fällt aber einigen sehr schwer. Ich habe es, dank den Anonymen Alkoholikern, geschafft ohne Therapie und ohne Entgiftung trocken zu werden.weiterlesen
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